Gamification gilt schon lange als Motor für eigenverantwortliches lernen. Wohl durchdacht, als wertvoller Content, kann es aber noch viel mehr. Es gibt die Möglichkeit in gut abgegrenzten Zielgruppen auf die eigene Sache aufmerksam zu machen. Das lässt sich gerade beim IT Recruiting sehr gut nutzen. Wie? Das verraten wir hier:

Gamification ein Crashkurs

Ganz grob bezeichnet Gamification, den gezielten Einsatz von Spielelementen für ein spielerisches Erleben von nicht-spielerischen Aufgaben und Zusammenhängen.1 Also geht es darum Elemente die nichts mit Gaming zu tun haben in ein Spiel zu verpacken. Der Fokus kann dabei sehr unterschiedlich sein und ist letzten Endes eine individuelle Entscheidung, kann aber Auswirkungen auf die Qualität des Contents haben. 

Gamification als Content Marketing

Was hier nach Buzzword Bingo klingt, ist in der Praxis eine riesige Chance, um Aufmerksamkeit bei der eigenen Zielgruppe zu generieren. Werbung kann sich übergriffig anfühlen. Es ist viel nachhaltiger den eigenen Namen mit wertvollem Content zu verbinden, statt Empfänger mit dem metaphorischen Zaunpfahl zu erschlagen. Stattdessen setzt sich die Zielgruppe aus eigener Motivation mit Ihrem Inhalt auseinander.

Durch Gamification spricht Content elementare menschliche Bedürfnisse an. Jeder Mensch hat einen Spieltrieb und will sich mit anderen messen. Dies gelingt meist durch Anreize: wie einem Punkte-System im Zusammenspiel mit anderen spielerischen Elementen, wie z.B. Ranglisten, Auszeichnungen, das Erlangen virtueller Güter sowie dem Aufstieg durch mehrere Levels. Diese Mechanismen motivieren Nutzer sich mit Ihren Inhalten auseinanderzusetzen. Wenn Ihr Content als Spiel empfunden wird, nutzen ihn die Kunden eher, als wenn er als offensichtliche Werbeaktion daher kommt.

Was ist zu beachten? 

Know your Zielgruppe

Generell ist es hier, wie mit allen Kommunikationsmaßnahmen. Es ist essentiell die Zielgruppe genau zu definieren. Welche Interessen hat meine Zielgruppe? Über welche Aufgabenstellung hole ich sie ab?

Eine besonders hilfreiche Methode zum Abstecken der eigenen Zielgruppe sind Personas. Man erstellt quasi Prototypen die für eine Gruppe von Nutzern mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und Nutzungsverhalten stehen. Einmal angelegt können sie für alle Marketing Maßnahmen hilfreich sein. So können Sie sich besser in die eigenen Kunden hineinversetzen, um Kommunikationsmaßnahmen richtig zu adressieren und platzieren.

Die Zielgruppe nicht für dumm verkaufen

Zielgruppen ernst nehmen ist wichtig! Die spielerisch verpackten Inhalte  müssen gut abgestimmt und sinnvoll auf das Produkt zugeschnitten sein. Das heißt nicht unbedingt, es muss ein hoch kompliziertes Spiel sein. 

Gerade im HR-Bereich bieten sich tolle Chancen, um mit Gamifizierung Mitarbeiter zu Schulen und für ihre Arbeit zu belohnen. Deloitte hat  zum Beispiel seinen Onboarding-Prozess gamifiziert.2 Neue Mitarbeiter bilden Teams und lernen online etwas über Datenschutz, Compliance, Ethik und Verfahren. Sie können vorgegebene Fragen einbringen, die Antwortmöglichkeiten im Team diskutieren, um so gemeinsam auf die Lösung zu kommen. Dieser Ansatz kombiniert lernfunktionale Elemente mit Zusammenarbeit. Zusätzlich hat Deloitte eine virtuelle Bürotour entwickelt, die wie ein Videospiel aufgebaut ist. So können neue Mitarbeiter ein Gefühl für die Unternehmenskultur bekommen. Tolle Ideen die ein starkes Zugehörigkeitsgefühl vom ersten Tag an schaffen.

Qualität als höchstes Ziel

Achtung, hier lauert die Falle der Exploitation Ware! Ziel sollte nicht sein rein oberflächliche Anreize zu schaffen, ohne, dass Nutzer eine Entwicklung der Motivation erleben und selbst etwas aus dem Spiel mitnehmen können. Es ist also wichtig zu verstehen, welche Themen und Aktionen die eigene Zielgruppe motivieren am Spiel teilzunehmen. Das Mantra für guten gamifizierten Content ist hier immer: Es muss für Nutzer einen Mehrwert bedeuten. Wer nachhaltig auf die eigene Marke aufmerksam machen will, muss auch qualitativ hochwertigen Content bieten.

Praxisbeispiel: Coding Challenge

Wir nutzen auf unserer Plattform EntwicklerHeld Coding Challenges, um Entwickler*innen die Möglichkeit zu geben ihr Können zu zeigen und sich weiterzuentwickeln. Jede dieser Challenges folgt einer eigenen Geschichte und gibt so das Ziel der Aufgabe vor. So können unsere Nutzer spielerisch bestimmte Programmiersprachen üben. Dabei springen sie von Level zu Level und können sich, wenn sie lange genug dran bleiben, mit Gutscheinen belohnen. 

Um dabei auf unser Mantra vom hochwertigen Content zurückzukommen: Coding Challenges erfordern Geduld, sie sind nicht innerhalb von ein paar Minuten zu lösen und fordern das Können der Nutzer heraus. Umso größer ist das Erfolgserlebnis, beim Erreichen der Lösung. 

Storytelling macht’s möglich

Eingerahmt wird die Coding Challenge von einer Geschichte, die Grund und Ziel des Problems erklärt. Die Möglichkeiten darüber eigene Inhalte zu platzieren sind grenzenlos. Über das Storytelling der Rahmenhandlung einer Coding Challenge lassen sich die verschiedensten Dinge bewerben.

Nutzungsmöglichkeiten

  • Employer Branding
  • Recruiting
  • Content Marketing allgemein

Employer Branding und Recruiting sind hier besonders wichtige Bereiche. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels suchen viele Unternehmen nach neuen Wegen um Entwickler*innen zu erreichen. Über Coding-Challenges können Sie als Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen. Aufgabenstellungen lassen sich so gestalten, dass sie nah am Arbeitsalltag sind: ein Win-Win für beide Seiten. Entwickler*innen bekommen einen Eindruck welche Aufgaben sie erwarten und Arbeitgeber*innen können sich Arbeitsproben generieren. 

Stellenanzeigen lassen sich mit Challenges verbinden, motivieren Arbeitssuchende sich aus eigenem Antrieb, mit Ihnen als Arbeitgeber auseinander zu setzen und tragen selbst, wenn Sie nicht zueinander passen noch einen Mehrwert mit davon. Mit der gelösten Challenge wieder die Fähigkeiten in einer bestimmten Programmiersprache verbessert. Wie Recruiting auf diese Weise aussehen kann, lässt sich aus unserer Zusammenarbeit mit Devboost hier nachlesen.

Auch für Veranstaltungen wie Meetups und Konferenzen sind Coding Challenges eine tolle Möglichkeit um Entwickler*innen zu erreichen. Wir durften 2019 mit DAHO.AM zusammenarbeiten, eine junge Konferenz für Developer. Über eine Coding Challenge konnten EntwicklerHeld-Nutzer Freikarten für das Event gewinnen. Aufgabe: Wer findet die kreativste Lösung? So hat unsere Community von der Veranstaltung erfahren und einige EntwicklerHelden waren auch als Gäste vor Ort. Um Digital und Analog zu verbinden gab es an unserem Stand vor Ort auch noch die Möglichkeit per Spielautomat einen Preis zu gewinnen. Wir haben die Zusammenarbeit und die Zeit auf der DAHO.AM sehr genossen. Am schönsten war es unsere Community direkt kennenzulernen und den Profilnamen Gesichter zuordnen zu können.

Unser Stand auf der DAHO.AM I Foto: Entwicklerheld

Step Up your Content Marketing Game!

Gerade durch die aktuelle Pandemielage ist es besonders wichtig mit seiner digitalen Werbung  aus der Masse herauszustechen. Das gilt auch für Veranstaltungen. Gerade um sichtbar zu bleiben, für die Zeit nach der Pandemie, ist Gamification die perfekte Methode.

Um Produkte zu bewerben lässt sich das Prinzip genauso gut anwenden. So lange man eine ansprechende Geschichte erzählt, gibt es die Möglichkeit mit Inhalten auf sich aufmerksam zu machen. Über die Rahmengeschichte der Coding Challenge lassen sich zum Beispiel Einblicke über die Herstellung der Produkte erzählen. 

Kurz gesagt

Gamification braucht ein Konzept, eine gute Kenntnis der eigenen Zielgruppe und eine kreative Idee. Es ist Aufwand, aber einer der sich Lohnt. Denn am Ende wirbt man unaufdringlich und stärkt die eigene Reichweite auf eine nachhaltige Weise. 

Wir haben Ihren Spieltrieb geweckt?

Sie wollen Entwickler*innen erreichen? Kontaktieren Sie uns gern unter hallo@entwicklerheld.de Oder informieren Sie sich hier

Wer gerne selbst Coden möchte kann sich hier ausprobieren!

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Fußnoten

1 Seaborn, K. & Fels, D. I. (2015). Gamification in theory and action: Asrvry. International Journal of Human computer Studies, 74, 14-31, S. 17.

2 Meister, Jeanne C. (2013). How Deloitte Made Learning a Game. Harvard Business Review, https://hbr.org/2013/01/how-deloitte-made-learning-a-g.

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